Archiv für Januar 2010

Ausgeblendete Assoziative Bemaßungen

Samstag, 9. Januar 2010

Blendet man den Layer aus, auf dem man assoziative Bemaßungen zu einem Objekt hat und versucht dann, dieses Objekt zu kopieren (strg+C/strg+V), erscheint eine Fehlermeldung “Vorgang ist fehlgeschlagen, weil die Auswahl schreibgeschützte Grafiken enthält.” (alles im Modellbereich)

So ganz leuchtet mir nicht ein, was das bedeutet und warum diese Fehlermeldung kommt. Die Kopie wird trotzdem erzeugt inkl. einer assoziativen Bemaßung.

Wie auch immer, wenn man Objekte kopieren will, die assoziativ bemaßt sind, sollte man den Bemaßungslayer zuvor einschalten.

Objektgröße gezielt verändern

Samstag, 9. Januar 2010

Nehmen wir an, man möchte ein 100mm breites Viereck auf 80mm bringen. Man wählt es aus und trägt in der Kontrollleiste bei Größe X den Wert 80 ein. Soweit kein Problem. Nun wird es aber im Normalfall rechts und links jeweils um 10 mm schmaler. Das ist oft nicht das, was man will. Man möchte z.B., dass die 20 mm auf der rechten Seite weggenommen werden, damit es auf der linken Seite an exakt der Position bleibt. Wie geht das?

Turbocad richtet sich dabei am Bezugspunkt aus. Ist dieser genau in der Mitte (standard), so wird rechts und links jeweils genauso viel abgetragen. Nur so verschiebt sich der Bezugspunkt nicht. Wird der Bezugspunkt hingegen in die linke untere Ecke verschoben, wird nur rechts  gekürzt, weil so wieder gewährleistet ist, dass der Bezugspunkt sich nicht verschiebt. Legt man ihn in die rechte Ecke, wird links gekürzt.

Es wird also immer so gekürzt, dass der Bezugspunkt statisch bleibt und seine Position nicht verändert.  Durch richtiges Verschieben des Bezugspunktes kann man genau festlegen, welche Seite gekürzt wird. Das geht natürlich genauso bei Linien und anderen Objekten.

Falle: Fang Kreismittelpunkt

Mittwoch, 6. Januar 2010

Der Fang für den Mittelpunkt von Bögen und Kreisen ist etwas verwirrend. Erwarten könnte man, dass er dann greift, wenn man in der Nähe des Mittelpunktes mit dem Mauszeiger ist. Doch das tut er dort genau nicht. Man muss vielmehr in der Nähe der Kreis-Außenkontur sein, damit dieser Fang greift. Schaltet man den magnetischen Punkt ein, erkennt man das schnell. Ebenso am sich ändernden Cursor.

Füllungen und Schraffuren

Samstag, 2. Januar 2010

Mit Füllungen oder Schraffuren werden umgrenzte Flächen mit einer Farbe oder einem Muster versehen. Der einfachste Fall ist der, dass man z.B. ein Viereck oder ein Kreis mit einer bestimmten Farbe füllen will.

In Turbocad kann man Objekten, die eine geschlossene Fläche bilden, direkt eine Füllung verpassen. Ein Kreis hat eine geschlossene Fläche, hier kann man das Objekt auswählen und mit der rechten Maustaste auf Eigenschaften > Füllung gehen. Man kann ein Muster oder eine einfarbige Füllung aus einer Liste wählen. Die Farbe des Musters oder der einfarbigen Füllung wird durch das Feld “Farbe” oben rechts festgelegt, standardmäßig steht hier “Durch Stift”. Das bedeutet, dass die Stiftfarbe die Farbe festlegt, genauso kann man hier aber auch jede beliebige Farbe auswählen. Füllt man einfarbig, war es das. Füllt man mit einem Muster, wird das Feld “Hintergrundfarbe” bedeutsam, denn ein Muster besteht ja immer aus 2 Farben – dem gezeichneten Muster und dem Rest, was man als Hintergrund bezeichnet.

Genauso kann man bei einem Viereck verfahren, wenn dies aus einer Polylinie besteht. Auch jede andere geschlossene Polylinie beschreibt eine innenliegende Fläche, die man so füllen kann.

Was nicht so einfach geht: Ein Viereck, welches aus 4 Einzellinien besteht. Jede dieser Einzellinien hat zwar unter Eigenschaften den Bereich Füllung, aber der bewirkt nichts. Eine Linie selber kann man nicht füllen und die Eigenschaften einer Linie wissen nichts davon, dass noch andere Linien da sind, die eine Fläche ergeben. Theoretisch vorstellbar wäre, dass man alle 4 Linien gruppiert und sich dann eine Füllung für die Gruppe wünscht, aber diese Möglichkeit existiert nicht.

Was aber geht: Man kann die 4 Einzellinien zu einer Polylinie zusammenfassen. Damit hat man dann ein Polylinien-Objekt, welches eine geschlossene Fläche aufspannt. Man markiert dafür alle Linien und geht dann über Ändern > Polylinie verbinden. Nun lässt sich hierfür auch eine Füllung festlegen.

Bei den Füllmustern kann man übrigens noch einen Maßstab festlegen, um das Muster zu skalieren. Auch der Winkel und ein paar weitere Sachen lassen sich definieren.

Einen Kreis kann man noch auf andere Weise füllen: Über Format > Auswahlpunkt&Schraffur. Klickt man dann irgendwo in den Kreis, wird der ganze Innenbereich gefüllt. Dieses Werkzeug kennt man auch aus vielen anderen Programmen mit einem Farbtopf-Icon, den man auskippt: Die Füllung fließt überall dorthin, wo offene Konturen es zulassen. Damit kann man also beliebige Bereiche füllen, die irgendwie durch Objekte begrenzt werden. Die Begrenzung kann von beliebig vielen Objekten gebildet werden. Nicht vergessen, zum Schluß unten auf das “Ende Symbol” zu klicken.

Was wird hier eigentlich gemacht? Es wird einfach eine geschlossene Polylinie an alle Objekte gelegt, die den Bereich begrenzen. Und dann wird diese eine geschlossene Polylinie mit einer Füllung versehen, wie wir es oben schon gemacht haben. Die Füllung ist also ein neues Objekt, eine Polylinie mit Füllung. Dieses Objekt ist unabhängig – verschiebt man den Kreis, bleibt die Füllung am alten Ort, umgedreht kann man auch die Füllung separat verschieben. Für Turbocad sind beide Objekte völlig unabhängig, für den Benutzer ist das manchmal unpraktisch. Denn auch beim vergrößern oder verkleinern des Ursprungsobjektes folgt die Füllung nicht.

Ein Kreis wird tatsächlich mit einer Polylinie gefüllt? Ja, wenn man weit genug reinzoomt, erkennt man, dass die Füllung kein Kreis ist, sondern eine Polylinie mit kurzen Liniensegmenten. Hier begegnen wir auch wieder der Zahl 60, wie beim explodieren von Kreisen – die Polylinie besteht aus 60 Liniensegmenten (61 Scheitelpunkte). Programmintern wird es das einfachste sein, alles, egal was, mit einer Polylinie zu füllen.

Eine weitere Möglichkeit, ein oder mehrere Objekte zu füllen, findet man unter Format > Schraffur erstellen. Hier muss man zuerst das oder die Objekte auswählen. Wählt man dann Format > Schraffur, wird der Innenbereich gefüllt. Auch hier wird eine geschlossene Polylinie erzeugt, die mit einer Füllung versehen wird. Überlappende Objektbereiche werden übrigens nicht gefüllt.

Man hat hier aber noch eine besondere Möglichkeit, die die Arbeit vereinfacht. Hat man unter Optionen > Zeichnung einrichten > Anzeige die Option “Assoziative Schraffur” eingeschaltet, so folgt das Schraffur-Objekt dem umgebenden Objekt bei Veränderung. Macht man einen Kreis also z.B. größer, wird auch die Schraffur größer und füllt wieder den ganzen Kreis. Beim ändern/verschieben muss man lediglich aufpassen, auch das äußere umgebende Objekt zu erwischen und nicht die Füllung.

Wichtig: Bereiche, die man mit dem Werkzeug “Auswahl&Schraffur” gefüllt hat, sind nicht assoziativ, warum auch immer.

Zu guter letzt gibt es auch noch das Werkzeug Einfügen > Pfadschraffur. Hier zeichnet man im Grunde nichts weiter, als eine Polylinie, die gefüllt wird, sobald man sie schließt.

Wenn man jedoch in der Kontrollleiste das Symbol “Durch Objekt” einschaltet, wird der Pfad entlang von Objekten gelegt. Will man entlang mehrerer Objekte einen Pfad legen, empfiehlt es sich, den ersten Punkt mit ausgeschalteter Option “Durch Objekt” an irgendeiner Ecke zu setzen, ansonsten lassen sich nur schlecht Teile eines Objektes auswählen.

Alle Möglichkeiten von Schraffuren sind übrigens in der Symbolleiste “Schraffur” zusammengefasst. Diese befindet sich standardmäßig links in der Werkzeugleiste.

Eine Merkwürdigkeit: Um das Schraffurmuster festzulegen, bevor man etwas schraffiert, kann man mit der rechten Maustaste auf das Werkzeug klicken und dann unter Eigenschaften das Schraffurmuster wählen. Das geht auch bei ausgewähltem Werkzeug “Pfadschraffur”, nicht aber beim Werkzeug “Auswahlpunkt&Schraffur”. Die Auswahl, die man jedoch beim Werkzeug “Pfadschraffur” einstellt, wirkt auch auf alle anderen Schraffurwerkzeuge. So kann man sich behelfen. In Version 16 funktioniert es bei beiden Werkzeugen. Alternativ geht natürlich die Eigenschaftenleiste oben oder auch die Palette Farben und Füllungen

Assoziative Verknüpfungen lassen sich auch aufbrechen: Wählt man beide Objekte aus, kann man unten in der Symbollleiste das Symbol “Verknüpfung entfernen” wählen.

Fazit: Das Thema Schraffuren erschließt sich nicht ganz so intuitiv. Will man ein geschlossenes Objekt füllen, wählt man am besten Eigenschaften > Füllung. Diese Methode lässt sich später am besten handhaben, weil die Füllung mit dem Objekt verbunden ist und bleibt. Mitunter muss man dafür mehrere Linien- und Kreissegmente zu einer Polylinie zusammenfassen, damit ein geschlossenes Polylinienobjekt entsteht. Wo dies nicht möglich ist, ist die Methode “Schraffur” die zweite Wahl, weil hier eine assoziative Verknüpfung zu den Objekten hergestellt werden kann. Die anderen Methoden erzeugen unabhängige schraffierte Polylinien, die Veränderungen nicht folgen.