Archiv für Dezember 2009

Korrekte Bemaßung

Montag, 28. Dezember 2009

Fehlerhafte Bemaßungen können extrem ärgerlich sein. Wenn Teile falsch gefertigt werden, kann da zudem richtig teuer werden. In Turbocad gibt es eine Falle, in die man als Anfänger schnell hineintappen kann.

Nehmen wir an, man will die linke untere Ecke eines Vierecks fangen, um von dort eine Bemaßung zu setzen, dann nimmt man den Scheitelpunkt-Fang. Das funktioniert soweit auch. Wenn aber bereits in der Ecke eine weitere Bemaßung sitzt, reicht die Maßhilfslinie fast bis zur Ecke ran. Standardmäßig sind 1mm Abstand zum Bauteil eingestellt. Diese Maßhilfslinie hat nun auch einen Scheitelpunkt, den man fangen kann. Und weil die eigentliche Ecke und diese Maßhilfslinie nahe beieinander liegen, passiert es ganz schnell, dass man die Hilfslinie fängt und es je nach Zoom noch nichtmal merkt. Man bemaßt dann sozusagen die Bemaßung und nicht das Bauteil.

Es gibt hierfür keinen Check und keine einfache Möglichkeit, wie man es vermeiden kann. Wenn man jedoch Linien mit einem Scheitelpunktfang fangen will, kann man den Mauszeiger recht weit außerhalb der Ecke positionieren. Der Scheitelpunktfang fängt den Anfang der Linie, so lange man noch vor dem Mittelpunkt der Linie ist. Und damit ist man oftmals ganz klar außerhalb des Fangbereichs einer Maßhilfslinie.

Bemaßen

Das Bild zeigt es: Der grüne Bereich ist der unkritische Bereich, womit man die Ecke fangen kann. Der rote Bereich ist gefährlich, weil ein kleines Wackeln beim klicken evtl. die bereits vorhandene Maßhilfslinie erwischt. Hier sieht es alles noch sehr unkritisch aus, aber je größer Bauteile sind und je weiter man rauszoomt, um so unklarer wird die Situation. Die Option “Magnetischer Punkt” sollte übrigens eingeschaltet sein, dann hat man besser Kontrolle.

Apropos wackeln: Man kann beim Klicken mit der Maus schnell verwackeln. Insofern ist es eine gute Idee, Scheitelpunkte mit der Taste “V” zu fangen. Dabei kann man die Maus besser ruhig halten.

Mitunter kann man auch den Abstand der Maßhilfslinie vergrößern, um die Gefahr falscher Bemaßung zu minimieren. Später kann man ja alles in einem Rutsch wieder umstellen. Man findet die Einstellung unter Eigenschaften > Erweiterter Text > Versatz im Kontextmenü des Bemaßungswerkzeuges. Ein Versatzwert von 0 lässt sich übrigens nicht einstellen, wohl aber z.B. 0,0000001.

Getting started Guide

Sonntag, 27. Dezember 2009

In der deutschen Version von Turbocad fehlt ein Einstiegshandbuch. In der englischen Version hingegen gibt es das PDF-Dokument “Getting started Guide”.

Wer dem englischen mächtig ist, sollte sich als Einsteiger diese Datei besorgen. Entweder findet man sie direkt im Internet oder man holt sich die Demo-Version von Turbocad von der amerikanischen Homepage. Nach der Installation findet man es im Verzeichnis Program, es heißt TC16Pro_GSG.pdf.

Die  englische Turbocad Version kann man sich auch im zdnet herunterladen.

Turbocad installieren

Sonntag, 27. Dezember 2009

Als Admin kenne ich dieses typische Szenario: Computer kaputt. Gleichzeitig gibt es großen Termindruck, eine Zeichnung fertig zu machen. Es ist Samstag, wo keine Hotline erreichbar ist. Und auf dem schnell besorgten neuen Rechner bekommt man Turbocad nicht installiert.

Aus solchen Erfahrungen schlau geworden,  achte ich bei der Installation sehr genau darauf, was alles benötigt wird, um installieren zu können. Notiere mir dann alles, was es braucht und brenne mir die Updates auch auf CD. Damit ich notfalls von nichts abhängig bin, was vielleicht nicht unmittelbar verfügbar ist.

Turbocad 14 und 15 braucht grundsätzlich die Seriennummer. Diese ist auf der Hülle der Install-CD vorhanden. Zusätzlich braucht man einen Aktivierungs-Key. Diesen bekommt man telefonisch oder auch per Online-Registrierung. Dieser Key ist personalisiert und mit der Seriennummer abgestimmt. Er ist aber nicht an eine Hardware gebunden. Man kann also mit beiden Nummern auf einem beliebigen System eine Neuinstallation vornehmen. Das ist wichtig, um bei Hardwareausfall schnell neu installieren zu können.

Praktisch finde ich es, den Aktivierungscode unter die Seriennummer in der Install-CD-Hülle zu schreiben. Dann hat man alles griffbereit für den Fall der Fälle.

Auch dran denken: Jedes Zusatzpaket (Architekturpaket, Konstruktionspaket) hat seine eigene Seriennummer-Aktivierungscode Kombination.

Zum Schluß nochmal prüfen, ob man alles so gut zusammen hat, dass man auch in 10 Jahren noch eine Installation hinbekommen würde. Oder fehlen Infos bzw. Installationsmedien? Wer ganz sicher gehen will, macht mit diesem Set nochmal eine komplette Installation. Mir ist es schon passiert, dass ich mir einen Aktivierungscode  falsch notiert habe…

Symbole Ansicht aktualisieren

Samstag, 26. Dezember 2009

Hab mich gerade gewundert, warum eine tcw-Datei in der Symbolpalette nicht angezeigt wurde, die ich in meinen Symbolordner kopiert habe. Ich hatte schon in Verdacht, dass irgendwas nicht aktualisiert wird. Also F5 gedrückt, es passierte aber nichts. In den übergeordneten Ordner gewechselt und wieder zurück, ging auch nicht. Programm geschlossen und wieder geöffnet, ging auch nicht.

Dann endlich mal die rechte Maustaste im entsprechenden Symbolordner gedrückt. Dort gibt es den Punkt Aktualisieren. Das wars…

Objekt in einer Gruppe selektieren

Freitag, 25. Dezember 2009

Manchmal möchte man ein Objekt in einer Gruppe auswählen, um eine Eigenschaft zu verändern oder zu inspizieren.

Dies geht so recht einfach:

  • Palette Auswahl aktivieren
  • Die gewünschte Gruppe in der Zeichnung auswählen -> In der Auswahlpalette oben wird zur entsprechenden Gruppe gesprungen
  • In der Zeichnung mit dem Mauszeiger auf entsprechendes Objekt gehen und dieses mit gedrückter strg-Taste auswählen -> In der Auswahlpalette wird zu diesem Objekt gesprungen.
  • Die Eigenschaften können nun im unteren Bereich der Auswahlpalette inspiziert und geändert werden.

Alternative wäre, oben rechts in der Auswahlpalette auf das Symbol “Inhalt bearbeiten” zu klicken, was dem Menübefehl Bearbeiten > Gruppeninhalt bearbeiten entspricht. Nach fertiger Bearbeitung verlässt man den Modus mit dem grünen Häckchen in der Auswahlpalette oder mit Bearbeiten > Gruppenbearbeitung beenden.

Der Vorteil der ersten Methode ist jedoch, das man unmittelbar jedes Einzelobjekt selbst in verschachtelten Gruppen erreichen kann.

Ansichtsfenster 1:1

Freitag, 25. Dezember 2009

Ich brauche es recht oft, dass die eingefügten Ansichtsfenster im Papierbereich im festen Verhältnis 1:1 eingefügt werden. Bisher hatte ich es so gemacht, dass ich nach dem Einfügen immer unter Eigenschaften > Ansichtsfenster die entsprechenden Einstellungen “Fest” und “1:1″ gemacht habe. Es ist nervig, das jedes mal wieder neu zu machen.

Einfacher geht es so: Man definiert sich eine eigene Vorlage (tct-Datei), aus der man seine neuen Zeichnungen erstellt. Bei dieser Vorlage geht man in den Papierbereich und klickt dort in der Standard-Symbolleiste mit der rechten Maustaste auf das Symbol “Ansichtsfenster einfügen”. Dort dann unter Eigenschaften > Ansichtsfenster die Einstellungen machen. Danach die Vorlage im Standard-Template-Verzeichnis als .tct-Datei abspeichern.

Wenn man nun Zeichnungen aus dieser Vorlage erstellt, sind die Optionen des Ansichtsfenster-Werkzeuges korrekt eingestellt. Viele weitere Werkzeuge lassen sich übrigens so auch in ihren Eigenschaften vorbelegen.

Gruppen und Linienstärken

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Ich hatte ein Teil konstruiert, welches aus mehrere Einzelteilen bestand, die jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst waren. Das gesamte Teil war dann wieder als Gruppe zusammengefasst.

Nun wollte ich nachträglich alle Linien von 0 mm Dicke auf 0,5mm Dicke ändern. Ich dachte, einfach die Gruppe anwählen, auf Eigenschaften gehen und unter Stift dann die Dicke eintragen.

So geht das aber nicht, diese Eigenschaftänderung wird nicht auf die Objekte in der Gruppe angewendet. Das macht es schwierig, nachträglich Linien-Dicken zu verändern.

Eine Möglichkeit wäre, alles zu explodieren. Dann müssten aber auch alle Einzelteile explodiert werden, was ziemlich aufwändig wäre. Später müsste wieder alles zusammengeführt werden.

Leichter geht es über die Auswahlpalette. Hier kann man allen Linien neue Werte zuordnen, was aber bei vielen Linien auch sehr aufwändig ist.

Der einfachste Weg erschien mir noch: Unter Bearbeiten auf Gruppe bearbeiten gehen. Dort kann man dann auch wieder alles auswählen und die Stiftstärke umstellen. Einzelteile, die wiederum gruppiert sind, kann man verschachtelt auch wieder über Bearbeiten > Gruppe bearbeiten öffnen. So muss man sich dann durch alle Einzelteile hindurcharbeiten.

Abhilfe für solche Probleme könnte ein grundsätzlich anderer Ansatz bringen: Für jeden Linientyp einen anderen Layer festlegen. Dann legt man den Linienstil und die Linienstärke so fest, dass die über den Layer bestimmt werden. Wenn man so zeichnet, kann man auch später noch über Veränderung der Layereigenschaften alle Linien verändern. Auch die, die Teil von Gruppen sind.

Konfigurationsdatei current.xml

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Das gesamte Benutzerinterface von Turbocad ist in hohem Maße konfigurierbar. Man kann Menüs verändern, Symbolleisten einblenden und an verschiedenen Stellen andocken, Symbolleisten konfigurieren oder Paletten reinholen und ausblenden.

Der aktuelle Zustand dieser Konfiguration muss irgendwo gespeichert werden. Nach ein wenig Suche hab ich sie gefunden – es ist die Datei current.xml. Diese liegt standardmäßig im Benutzer Heimatverzeichnis (Dokumente und Einstellungen…) unter Anwendungsdaten/IMSIDesign/TurboCAD/15/Professional de/Profiles/Built-in.

Es handelt sich um eine XML-Datei, die man grundsätzlich mit einem Texteditor anschauen kann. Um diese aber genauer analysieren zu können, sollte man einen XML-Editor wie XML-Marker verwenden.

Den Fall, dass man diese Datei mal verändern muss, wird vermutlich selten sein. Was aber interessant ist: Einerseits kann  man sich davon eine Sicherheitskopie erstellen, um einen Schnappschuß der aktuellen Oberfläche festzuhalten. Andererseits könnte man sich für verschiedene Arbeiten unterschiedliche Oberflächen speichern, die man dann ganz einfach wieder abrufen kann, in dem man die Kopie der current.xml an den Originalort zurückkopiert. Natürlich muss dazu vorher Turbocad geschlossen werden.

Übrigens: Wenn mal die ganze Oberfläche völlig durcheinander ist: Löscht man die current.xml oder benennt sie um, wird beim nächsten Start eine neue current.xml erzeugt, die die Werkseinstellungen enthält.

Schriftgrößen

Sonntag, 20. Dezember 2009

In Turbocad werden Schriftgrößen in mm angegeben, nicht in Punkten, wie man das von anderen Programmen  her kennt. Zudem muss man für die Einschätzung der Größe bedenken, dass die mm-Angabe die komplette Über- und Unterlänge von Schriften mit berücksichtigt. So ist bei 10mm Arial der Buchstab L gerade mal 6,4mm hoch.

Die Höhe von 1 Punkt entspricht 0,376mm (Didot), eine 10mm Schrift in Turbocad entspricht also 10/0,376mm = 26,6 Punkten. Oder eine 12 Punkte Schrift entspricht 12 * 0,376mm = 4,5mm. Mitunter gibt es auch Angaben der Punkthöhe von 0,353 (DTP).

Eigentlich! Bei meinen Drucktests kam ich auf ein Verhältnis von eher 0,39mm. Warum auch immer. Die Punkteschriften zum Vergleich druckte ich mit Openoffice 2.x und Winword 97 mit Schriftart Arial unter Windows 2000.

Hier mal eine ungefähre Umrechnung von Punkten nach mm bei 0,39mm Umrechnung:

  • 2,0mm > 5p
  • 2,3mm > 6p
  • 2,7mm > 7p
  • 3,1mm > 8p
  • 3,5mm > 9p
  • 3,9mm > 10p
  • 4,3mm > 11p
  • 4,7mm > 12p
  • 5,1mm > 13p
  • 5,5mm > 14p
  • 6,2mm > 16p
  • 7,0mm > 18p
  • 7,8mm > 20p
  • 8,6mm > 22p
  • 9,4mm > 24p
  • 10,1mm > 26p
  • 10,9mm > 28p
  • 12,5mm > 32p
  • 15,6mm > 40p
  • 21,1mm > 54p
  • 30,0mm > 77p
  • 40,0mm > 103p
  • 50,0mm > 128p
  • 70,0mm > 179p
  • 100,0mm > 256p

Als Faustformel kann man die mm Angabe durch 4 mal 10 rechnen, um auf Punkte zu kommen. Und Punkte rechnet man dann mal 4 durch 10 in mm um.

Navigieren

Sonntag, 20. Dezember 2009

Früher hab ich in der Zeichnung viel mit den Scroll-Leisten navigiert. Mittlerweile mach ich das nur noch sehr selten.

Stattdessen hat sich eine andere Methode als praktischer erwiesen: Weil man beim Zoomen immer den Bereich im Mittelpunkt hat, wo der Mauszeiger steht, kann man alles so lösen: Rauszoomen und an anderer Position wieder reinzoomen. Das geht oft schneller, als mit den Scroll-Leisten die Zeichnung zu verschieben.

Klar, dass eine Maus mit Scrollrad dabei unverzichtbar ist.