Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Arbeitsweisen mit Turbocad sind. Funktionalitäten, die einem ganz wichtig erscheinen, sind für den nächsten etwas, was er nie benutzt. Die Wege, um zum Ziel zu kommen, sind doch recht unterschiedlich und ich kann mir vorstellen, das viele Wege auch effizient sein können. Es wird zum Teil von den Vorlieben abhängen, wie man etwas macht.
Ein anderer wichtiger Punkt ist jedoch, dass der Einsatzzweck grundsätzlich verschieden sein kann. Und Turbocad deckt ja einen ganz großen Möglichkeitsraum ab. Der eine zeichnet 3mm kleine Maschinenteile in 2D, der nächste erstellt Grundrisse von Häusern, der nächste Verkabelungspläne. Der Tischler baut Schränke und der Architekt Häuser in 3D, der Modellbauer plant sein nächstes Flugzeug. Und dann auch noch Schaltpläne, Organigramme, Formulare, Präsentationen usw.
In allen Bereichen gibt es sicherlich überschneidendes Wissen, wie man Dinge macht. Aber es wird auch vieles geben, wo die grundsätzliche Herangehensweise eine andere ist. Oder wo bestimmte Dinge wichtig werden, die in anderen Bereichen eher nebensächlich sind.
Auch die Größe einer Zeichung oder Entwurfs hat entscheidenden Einfluss. Je größer man wird, um so mehr Gedanken muss man sich machen, wie man strukturiert, um nicht die Übersicht zu verlieren. Wer für Änderungen und Anpassungen flexibel sein muss, hat ein anderes Vorgehen, wie jemand, der einmal eine Zeichnung braucht, die nie wieder verändert wird. Je nachdem, was man will, muss man die Gewichtung und die Aufmerksamkeit auf andere Aspekte richten. Schlußendlich geht es ja auch nicht darum, eine Zeichnung so effizient wie möglich zu zeichnen, sondern die ganze CAD-Arbeit, die über Jahre immer wieder anfällt, effizient zu gestalten. Da kann etwas mehr Aufwand jetzt, viel Einsparung bei zukünftigen Projekten bedeuten.
Es gibt auch “wunde Punkte der Vergangenheit”. Da werden bestimmte Funktionen nicht benutzt, weil die mal in früheren Versionen ziemlich bugy waren, mittlerweile aber gut funktionieren. Was nicht richtig funktionierte, hat man abgehakt und probiert es später auch nicht mehr, weil man Workarounds gefunden hat. Geht mir zumindest bei anderer Software oft so.
Von der Historie hängt auch ab, wie man Dinge angeht. Wer schon lange mit der Software arbeitet, ist geprägt von den Möglichkeiten früherer Tage und wie man damit was umsetzen konnte. Wer neu anfängt, macht es vielleicht anders, weil neue Möglichkeiten jetzt einen anderen Ansatz zulassen. Anders muss nicht unbedingt besser bedeuten, vielleicht nur naheliegender oder intuitiver.